Wer hat an der Uhr gedreht?

Am 28. Oktober 2018 – um drei Uhr morgens, werden die Uhren wieder um eine Stunde zurückgedreht. Die große Mehrheit der Deutschen wünscht sich nach einer aktuellen Umfrage die Abschaffung der Zeitumstellung. 73 Prozent der Befragten sprachen sich in einer repräsentativen Studie des Forsa-Instituts gegen das Umstellen der Uhren im Frühjahr und Herbst aus. Wer kennt es nicht, kaum ist die Uhr umgestellt klagen wir über Müdigkeit, Schwierigkeiten beim Einschlafen, Konzentrationsfähigkeiten und vieles mehr – 27 Prozent der Befragten gaben an nach dem Wechsel zwischen Winter- und Sommerzeit gesundheitliche Probleme zu haben.

Vor rund einem Monat hatte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker versprochen:“ Die Menschen wollen das, wir machen das“. Und so macht er es sich zur Aufgabe, dass mit der unbeliebten Zeitumstellung ab Frühjahr kommenden Jahres endgültig Schluss ist. Bis zum 31. März 2019 sind alle 27 EU-Staaten dazu aufgefordert sich für eine ständige Sommerzeit oder eine ständige Winterzeit auszusprechen.

„Die Mehrheit der EU-Staaten ist noch zögerlich und hat noch keine klare Position, ob man lieber für die ständige Sommerzeit oder ständige Winterzeit optiert“, heißt es aus Diplomatenkreisen. Trotz aller Unklarheiten gibt es bereits vereinzelte EU-Staaten, die sich entschieden haben. Darunter beispielsweise Österreich. Wobei direkt Bedenken laut wurden, denn Österreich hat sich für die ständige Sommerzeit entschieden, sein Nachbar Tschechien hingegen tendiert eher in Richtung ständige Winterzeit. Die Befürchtung: Europa wird zu einem zeitlichen Flickenteppich. Die Einigung muss also über die Landesgrenze hinausgehen, um Zug- und Transportfahrtpläne bestmöglich aufzustellen.

Fest steht aber: Die halbjährliche Zeitumstellung wird abgeschafft – und zwar in allen Staaten der Europäischen Union. Sollte keine eindeutige Einigung erreicht werden können und sich nicht jede der EU-Staaten klar für eine Zeit aussprechen, muss eine qualifizierte Mehrheit – das bedeutet 16 Länder, die mindestens 65 Prozent der EU-Bevölkerung repräsentieren – gebildet werden.

Die EU-Verkehrskommissarin Bulc erinnerte, dass die Zeitumstellung in einigen Ländern bereits im Ersten oder Zweiten Weltkrieg eingeführt wurde, um Energie zu sparen. Jüngste Studien belegen, dass die Energieeinsparungen durch die Zeitumstellung heutzutage recht gering sind, sagte Energiekommissar Sefcovic. Aktuelle Projekte, mit denen mehr Energieeffizienz in Europa erreicht werden sollen, seien deutlich erfolgreicher: zum Beispiel energiesparende Straßenbeleuchtung mit LED oder Gebäude, die so gebaut und ausgestattet sind, dass sie deutlich weniger Energie benötigen. Diese "smarten" Lösungen brächten viel mehr Einsparungen als die Zeitumstellung, erklärte der Energiekommissar.

Wir bleiben gespannt und schauen, was die Zeit bringt.

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