DSGVO: Was ändert sich 2018 mit dem Datenschutz?

Was ändert sich 2018 mit dem Datenschutz?

 

In den vergangenen Wochen hatte Facebook arg mit dem Datenskandal rund um die Firma Cambridge Analytica zu kämpfen. Diese hatte sich unerlaubter Weise Informationen von Millionen Facebook-Nutzern beschafft. Das pikante für Facebook: Das Soziale Netzwerk wusste seit Ende 2015 bescheid, verließ sich aber auf die Zusicherung, dass die Daten vernichtet worden seien und entschied sich dagegen seine Nutzer zu informieren. Ein folgenschwerer Fehler? Haben wir die neue DSGVO nicht zuletzt Facebook und Co. zu verdanken?

Checkliste zur DSGVO

Seit dem 25. Mai 2018 gilt die neue EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) auch in Deutschland verbindlich. Diese stellt viele Grundsätze des Datenschutzrechts nach dem alten BDSG auf den Kopf. Im Folgenden bemühen wir uns etwas Licht ins Dunkel zu bringen.

Was ist die DSGVO?

Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) ist eine Verordnung der Europäischen Union, mit der die Regeln zur Verarbeitung personenbezogener Daten durch private Unternehmen und öffentlichen Stellen EU-weit vereinheitlicht werden. Dadurch soll einerseits der Schutz personenbezogener Daten innerhalb der Europäischen Union sichergestellt, und andererseits der freie Datenverkehr innerhalb des Europäischen Binnenmarktes gewährleistet werden.

Seit wann gilt die DSGVO?

Die DSGVO ist bereits am 14. April 2016 vom EU-Parlament beschlossen worden und trat am 25. Mai 2016 in Kraft. Die EU-Mitgliedstaaten müssen die DSVO seit dem 25. Mai 2018 verbindlich anwenden.

 

Wer muss die DSGVO beachten?

Die Datenschutzgrundverordnung gilt für alle Unternehmen, die in der EU ansässig sind. Auch außereuropäische Unternehmen müssen sich an die neuen Regelungen halten, wenn Sie eine Niederlassung in der EU haben oder personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeiten. Die DSGVO betrifft also jedes Unternehmen, das im Internet aktiv ist: Nutzer-Tracking, Kundendaten, Newsletter oder Werbemails, Werbung auf Facebook, die eigene Datenschutzerklärung, vieles ändert sich durch die Neuregelungen.

 

An wen kann man sich bei Verstößen oder Streitigkeiten wenden?

Mit der Datenschutzgrundverordnung wird das Verfahren rund um Datenschutzverstöße und Streitigkeiten vereinfacht. Wer als Online-Händler international verkauft, hat in diesem Zusammenhang sicher bereits etwas vom neuen „One-Stop-Shop“ gehört. Der ermöglicht den EU-Bürgern, dass sie sich bei Beschwerden immer an ihre eigene Datenschutzbehörde wenden können   -> also die Datenschutzbehörde in ihrem Land. Der One-Stop-Shop ist aber auch nützlich für Händler und andere Unternehmer. Sie müssen sich so nur noch mit einer Datenschutzbehörde befassen. Die zuständige Datenschutzbehörde ist in dem Mitgliedstaat, in dem Sie Ihren Hauptsitz haben, zu finden.

 

Was droht bei Verstößen an Strafen und Bußgeldern?

Neu sind vor allem die enorm hohen Strafen und Bußgelder, die die DSGVO vorsieht. Bisher lag der Rahmen des Bundesdatenschutzgesetzes für Bußgelder bei 50.000 Euro bzw. maximal 300.000 Euro. Den oberen Rahmen der Bußgelder haben Datenschutzbehörden bislang nur sehr selten und bei dauerhaften Verstößen ausgereizt. Das wird sich jetzt ändern! Die DSGVO sieht Bußgelder bis zu 20 Millionen Euro oder 4% des weltweiten Vorjahresumsatzes vor. Der hohe Bußgeldrahmen ist ein Kernbestandteil der DSGVO, um auch gegen global agierende Unternehmen ein effektives Mittel bei Datenschutzverstößen zu haben.

 

Neu: Die Rechenschaftspflicht

Die DSGVO sieht eine Rechenschaftspflicht vor. Auf Aufforderung müssen Datenverantwortliche nun die Einhaltung aller Datenschutzprinzipien gegenüber der zuständigen Aufsichtsbehörde nachweisen können.

 

Müssen Datenschutzbestimmungen anpasst werden?

Die Anforderungen an die Information und Belehrung der betroffenen Personen steigen durch die DSGVO. Die Datenschutzbestimmungen mit allen notwendigen Informationen müssen deswegen zukünftig präzise, transparent, verständlich, leicht zugänglich und in klarer und einfacher Sprache sein.

 

Jetzt, wo man etwas besser über die neue Datenschutzgrundverordnung Bescheid weiß, ist sie gar nicht mehr so beängstigend, oder? Wir hoffen, wir konnten mit unserem kleinen Exkurs das erste ungute Gefühl zur DSGVO mindern und dem Schreck den Gar ausmachen.  

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